Gastbeitrag von: Lyan van Straten | HorseGanic

Wenn der Winter Einzug hält und Schnee und Kälte sich abwechseln, entsteht oft eine Diskussion darüber, was dies für Pferde bedeutet. Pferde sind von Natur aus gut an kältere Bedingungen angepasst, aber das bedeutet nicht, dass der Körper nichts tun muss. Gerade schnelle Wetterwechsel (von mild zu kalt, von nass zu Frost) erfordern eine kontinuierliche Anpassung des Stoffwechsels des Pferdes.

Der Pferdekörper arbeitet ständig daran, das Gleichgewicht zu erhalten. Bei Temperaturabfällen steigt der Energiebedarf, da der Körper mehr Wärme produzieren muss, um die Innentemperatur stabil zu halten. Gleichzeitig ändern sich Prozesse wie die Durchblutung, die Verdauung und die Energieverteilung. Diese Anpassungen erfolgen größtenteils automatisch, kosten aber durchaus Energie und Baustoffe. Im Winter und bei Schnee spielt vor allem die Verdauung eine wichtigere Rolle bei der Unterstützung dieser Wärmeregulation.

Für Pferde mit ausreichenden Reserven und einer stabilen Basis ist dies meist gut zu bewältigen. Dennoch zeigt sich in der Praxis, dass Wetterwechsel im Winter gerade bei manchen Pferden kleine Veränderungen sichtbar machen. Nicht sofort große Probleme, sondern subtile Signale, die zeigen, dass der Körper härter arbeiten muss, um im Gleichgewicht zu bleiben. Dazu gehören schnellere Ermüdung, Schwierigkeiten, das Gewicht zu halten, steifere Bewegungen bei Kälte oder eine langsam nachlassende Fell- und Hufqualität. Dies sind keine Anzeichen dafür, dass Schnee schlecht ist, sondern Hinweise darauf, dass das System zusätzlich belastet wird.

Ein wichtiger Faktor in dieser Zeit sind die Därme des Pferdes. Die Därme spielen nicht nur eine Rolle bei der Verdauung, sondern auch bei:

  • Aufnahme von Vitaminen und Mineralien
  • Energieversorgung
  • Unterstützung des Immunsystems
  • Stabilität des Nervensystems

Wenn die Darmwand nicht optimal funktioniert, kann es schwieriger werden, Nährstoffe effektiv aufzunehmen, gerade in Momenten, in denen der Körper mehr davon benötigt. Im Winter, wenn der Stoffwechsel zusätzlich beansprucht wird, kann sich dies in wechselnder Energie, langsamerer Erholung oder kleinen Veränderungen in Kot und Kondition zeigen. Oft sind dies Signale, die leicht übersehen werden, aber viel über das innere Gleichgewicht aussagen.

Für Pferdebesitzer bedeutet dies nicht, dass sofort eingegriffen werden muss oder Kälte vermieden werden sollte. Pferde und Schnee können sehr gut zusammenpassen, solange der Körper ausreichend Belastbarkeit hat. Was jedoch hilft, ist bewusstes Beobachten. Gerade im Winter zeigen Pferde, wie flexibel ihr System ist und wie viele Reserven sie haben, um Veränderungen auszugleichen. Kleine Signale verdienen Aufmerksamkeit, nicht weil sofort etwas nicht stimmt, sondern weil sie Orientierung geben.

Der Winter ist somit keine Problemzeit, sondern ein Moment, in dem sichtbar wird, wie stabil die Basis der Pferde-Wintergesundheit ist. Indem man versteht, was schnelle Wetterwechsel vom Pferdekörper verlangen, entsteht Raum, Entscheidungen zu treffen, die unterstützen statt korrigieren. Nicht durch Übertreibung, sondern durch Betrachtung des Ganzen.

Bei Horseganic geht es um solche Erkenntnisse: zu verstehen, was im Pferd innerlich geschieht, damit die Unterstützung auf das abgestimmt bleibt, was der Körper tatsächlich benötigt. Auch bei Schnee, Kälte und wechselnden Winterbedingungen.

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